„Von der Ware Arbeit zur wahren Arbeit“ – so lautete der Titel einer Diskussion im Rahmen des AEC-Festivals 2010. Er bringt gut auf den Punkt, worum es auch dem BSA Oberösterreich in dieser Debatte geht. Wir sind unzufrieden mit dem, was für Hunderttausende Menschen in Oberösterreich einen Großteil ihres wachen Lebens ausmacht: der Arbeit. Unzufrieden, weil es immer noch viele gibt, die überhaupt nicht am Arbeitsprozess teilhaben können. Unzufrieden, weil vielfach der Verdienst kaum oder gar nicht zum Leben reicht und weil man sich Sorgen um die Zeit nach der produktiven Phase machen muss. Unzufrieden, weil die Arbeitssituation für viele Menschen oft ungerechte Entlohnung, wenig Mitsprache und immer öfter Druck und Stress bedeutet. Wir sind auch unzufrieden, was der Mainstream in Politik und Ökonomie immer noch als den Sinn der Arbeit postuliert: Konsum und Gewinn. „Aber das kann doch nicht alles sein?“, fragen wir uns gemeinsam mit immer mehr Menschen. Es geht doch auch um Teilhabe, um Sinn, um Freude an der Arbeit. Muss es denn wirklich so sein, dass Arbeit nur Zwang ist und ihr Ergebnis nur dem Konsum dient?

Unsere Unzufriedenheit wollen wir – der BSA Oberösterreich gemeinsam mit dem Marie Jahoda – Otto Bauer Institut – in einen positiven Beitrag verwandeln und gemeinsam überlegen, wie man es besser machen kann. Uns geht es um das Gemeinwohl (common profit), um Kooperation als positives Gestaltungselement in Gesellschaft und Wirtschaft, um einen gerechten Zugang zur Arbeit und gerechte Behandlung für die Menschen und um (Entscheidungs-)Freiheit – es geht uns um sozialdemokratische Werte in einem Themenfeld, das das Leben der Menschen so entscheidend beeinflusst.

Das Buch beleuchtet historische und ökonomische Fragen aus gesellschaftstheoretischer Perspektive, genauso wie aktuelle Themen und versucht dabei auch die Probleme von Menschen in der Arbeitswelt in ihrer persönlichen Betroffenheit zu berücksichtigen. Wir sind keine FantastInnen. Aber wir versuchen, vorauszudenken. Arbeit verändert sich, so wie sie es seit tausenden von Jahren tut. Das kann man einfach geschehen lassen, oder es gestalten. Wir präferieren das Gestalten. Unsere Analyse soll Grundlagen liefern, Diskussionen anregen, zum Nachdenken und Handeln auffordern. Arbeit wird es immer geben, die Frage ist nur welche, für wen und wie viel. Deshalb wollen wir einen Beitrag zur Definition liefern, was Arbeit heute sein kann und sein soll, und Beispiele bringen, wie Veränderungen aussehen können.

Dieses Buch ist nicht der Anfang unseres Diskussionsprozesses über das Thema Arbeit im BSA. Schon im Vorfeld gab es Diskussionen im kleinen und größeren Kreis, intern und auch mit ExpertInnen und eine breitere Beteiligung im Forum Neue Arbeit in einer Workshop-ähnlichen Form. Das Buch ist somit ein Zwischenschritt und eine erste Zusammenfassung. Danke an alle, die schon mitgearbeitet und mitdiskutiert haben und an alle, die sich jetzt in die Debatte einbringen.

Die Kooperation von BSA Oberösterreich und dem Jahoda-Bauer-Institut hat es ermöglicht, dass junge WissenschaftlerInnen gemeinsam mit Interessierten aus dem BSA diese Publikation erstellt haben. Unser Anspruch ist es, Erkenntnisse und Theorien aus der Forschung für die politische Praxis aufzubereiten und eine Verbindung zwischen Wissenschaft und Politik herzustellen.

Auch wenn es viel „Arbeit“ war, uns hat das Recherchieren, Schreiben und Diskutieren viel Freude  bereitet – besonders würden wir uns aber über Rückmeldungen und weitere Diskussionsbeiträge freuen!

Christian Forsterleitner

Unser Buch "Herausforderung Neue Arbeit" ist um 14,90 Euro (9,90 Euro für BSA-/SPÖ-Mitglieder) erhältlich. Bestellung jederzeit möglich unter office@bsa-ooe.at bzw. 05/772611-39.

 

Hier gibt's unser Buch sowie einzelne Kapitel auch zum kostenlosen Download:

BSA-Buch "Herausforderung Neue Arbeit"

Vorwort zum Buch

"Wege zur Neuen Arbeit" - der Entstehungsprozess

Einleitung

Die AutorInnen, KünstlerInnen & ExpertInnen

Kapitel 1

Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4

Kapitel 5


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